Aktuelles

 

TERMINE

 

2022

 

Zeitsprünge

33 Kunsthandwerker:innen der AKB zitieren, kommentieren und verarbeiten in aktuellen Arbeiten alte Stücke aus dem Focke Museum. Wie ein roter Faden ziehen sich Ausstellungspaare durch das Museum, die den Zeitsprung beschreiben. Im Museum wird ein Plan ausliegen, in dem alle Ausstellenden aufgeführt sind und der durch unsere Ausstellung leitet.

Eröffnung: 7. Mai, 15 Uhr
Dauer: 7. Mai bis 5. Juni 2022
Di 10–21 Uhr, Mi bis Sa 10–17 Uhr, So 10–18 Uhr
Focke Museum
Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Schwachhauser Heerstraße 240
28213 Bremen


Ins Grüne

Am 24. und 25. September finden Sie mich wieder bei INS GRÜNE, die Gemeinschaftsausstellung der AKB im Park des Focke Museums, um und im Haus Riensberg.

11–18 Uhr, Eintritt frei

Ins Gruene 2022

 

Die Angaben zu vergangenen Veranstaltungen können Sie im Archiv Termine nachlesen.

 


 

PRESSE

 

22.07.2021

Sulinger Kreiszeitung vom 22.07.2021

» Von schwungvoll bis steinhart

 

11.02.2019

WESER-Strand (Weserkurier) vom 09.02.2019

» Artikel "Ein besonderer Grabstein" in der Serie "Mein erstes Mal"

 

Ältere Artikel und Radio-Sendungen finden Sie im Archiv Presse.

 


 

AUS DER WERKSTATT

 

Von Weihnachten und bremischer Geschichte

Anfang 2021 wurde ich gebeten, beim Abbau eines Grabsteins auf einem Privatgelände zu helfen. Es handelte sich um einen mehrteiligen Stein, das Mittelstück durfte ich mitnehmen. Es war für mich interessant für mein Schalenprojekt.

Ich begann mit der Arbeit, stellte sie aber bald ein, da ich mich anderen Projekten zuwenden musste.

Nun, im Frühjahr 2022, sollte es endlich weiter gehen. Zwei Ausstellungsprojekte verlangten nach neuen Arbeiten. An einem wunderschönen Frühlingstag stehe ich wieder vor der Schale, haue die Schalenform und freue mich über die runde, gewölbte Form, die entsteht. Ein sanfter Bogen, der unser Leben umschliesst. Um den Rand zu bearbeiten, drehe ich die Schale um. Nun habe ich nach langer Zeit wieder den Blick auf die Inschriften. 1891, 1884, 1941, 1943, 1948. Was für Jahreszahlen! Anna, geboren am 24.12.1891, ein Weihnachtskind. Wie sah wohl Weihnachten 1891 aus? Die Mutter in Wehen, kein Teil des Weihnachtsfestes? Hat die restliche Familie gefeiert oder haben alle ehrfürchtig und besorgt auf die Geburt gewartet? Oder war schon alles am frühen Morgen vorbei und Mutter und Baby Teil des Festes?
Wenig später sehe ich eine der nächsten Inschriften: drei Jahre später, am 24.12.1894 wurde Heinrich geboren. Dies ist also nun meine Weihnachtsschale!
Ich träume mich in die Namen und Daten hinein.

Bekomme Besuch von einer Freundin und ihrem Freund. Ich erzähle ein bisschen von meinen Arbeiten, die in der Werkstatt liegen.

Diesmal viel Geschichte: neben der Weihnachtsschale liegt da auch der Gedenkstein für die Familie Dickel. Eine Sinti-Familie, verfolgt im Nationalsozialismus. Mindestens 16 Menschen dieser Familie von den Nazis ermordet. Julius Dickel verklagte später als Überlebender den Bremer Kriminalsekretär Wilhelm Mündtrath, weil er für die Deportation seiner Familie mit verantwortlich war.

Die Freundin steht vor der Schale, das sei doch der Name des Hofes der Schwiegerfamilie ihres Freundes. Der hört auf, kuckt, und tatsächlich: es ist der Stein aus dem Garten seiner Schwiegerfamilie. Und er kann erzählen, wie ein Buch. Von Holländern, die nach Bremen geholt wurden, um das Land, das Neuenland, zu entwässern und urbar zu machen. Davon, dass Herr Vohne Bürgermeister von Huckelriede und den anderen Vororten Bremens war, deshalb das großbürgerliche Haus. Mit Empfangsraum und wohlhabender Ausstattung.
Davon, dass sie, gruben sie im Garten, immer wieder auf alte Grabsteine stießen. Aus einem wurde eine Gartenbank. Diese Steine stammten vom Abraum des Domshof, als der dortige Friedhof aufgelöst wurde, wurde eben dieser Abraum am Neuenland benutzt, um die Wurten für die Höfe aufzuschütten.
Und dann gab es nur noch eine Erbin, ohne Kinder. Der Nachbarhof wurden im 2. Weltkrieg ausgebombt. Meta vererbte den Vohne-Hof an die Nachbarsfamilie. Die hält das Andenken an die Vohne-Familie in Ehren. Als das Familiengrab aufgelöst wurde, kam der Familiengrabstein auf die Hofstelle und von dort Jahrzehnte später in meine Werkstatt.

 

Ältere Berichte finden Sie im Archiv "Aus der Werkstatt" .

 


 

AUSZEICHNUNGEN

 

Grabsteine wurden ausgezeichnet

beim Gestaltungswettbewerb „Grabzeichen“:
2008, 2011, 2016
und bei der Internationalen Gartenschau in Hamburg 2013

 

18. Bremer Förderpreis für Angewandte Kunst 2011

Der Senator für Kultur vergibt den Förderpreis für Angewandte Kunst seit 1977 alle zwei Jahre für besondere Leistungen im Bereich der Angewandten Kunst.

Preisgekrönte Doppelschale